17.07.2026

Mit Unterstützung zum Hauptschulabschluss

Aus eigener Kraft – und doch nicht allein: Mit Unterstützung zum Hauptschulabschluss

Ein Hauptschulabschluss ist weit mehr als ein Zeugnis – für manche Menschen bedeutet er den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Für die 37-jährige alleinerziehende Mutter einer fünfjährigen Tochter, Franziska Eyring, ist dieser Moment mit großer Dankbarkeit verbunden. Nach dem erfolgreichen Abschluss an der Volkshochschule Meiningen besuchte sie das Begegnungs- und Beratungszentrum „Haus Sarterstift“, um sich persönlich bei den Mitarbeiterinnen zu bedanken, die sie über mehrere Jahre hinweg begleitet haben.

Der Weg bis zu diesem Erfolg war nicht immer einfach. Bereits in ihrer frühen Kindheit erkrankte Franziska Eyring an Epilepsie. Die Erkrankung erschwerte ihren Bildungsweg erheblich, sodass sie ihre Schulzeit zunächst ohne Abschluss beendete. Umso bemerkenswerter ist, mit welcher Entschlossenheit sie die Chancen genutzt hat, die sich ihr boten. Seit 2021 ist sie regelmäßige Besucherin des Mehrgenerationenhauses. Bereits kurz nach der Geburt ihrer Tochter nahm sie Angebote der Frühen Hilfen wahr. Im Laufe der Jahre nutzte sie – angepasst an ihre jeweilige Lebenssituation – verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote des Begegnungs- und Beratungszentrums „Haus Sarterstift“. Dabei verfolgte sie stets ein Ziel: sich und ihrer Tochter eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Als sie sich entschloss, ihren Hauptschulabschluss an der Volkshochschule nachzuholen, erhielt sie auch dabei Unterstützung. Während ihrer gesamten Zeit an der Volkshochschule besuchte sie regelmäßig den Lese-Schreib-Rechen-Treff des Mehrgenerationenhauses. Dort konnte sie mit fachkundiger Begleitung Lerninhalte vertiefen, ihre Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen festigen und sich kontinuierlich auf den Unterricht sowie die Prüfungen vorbereiten. „Es war schon schwer und ein straffes Programm“, berichtet Franziska Eyring. Simone Rohde, Mitarbeiterin des Mehrgenerationenhauses, ergänzt: „Wir haben aber auch sehr intensiv gearbeitet. Sie haben mit großem Ehrgeiz an Ihrem Ziel gearbeitet. Diese Entwicklung mitzuerleben, war beeindruckend.“

Auch die Erziehungsberatungsstelle begleitete sie als alleinerziehende Mutter in unterschiedlichen Lebenssituationen. Regelmäßige Beratungsgespräche halfen ihr dabei, familiäre Herausforderungen zu bewältigen und ihren eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Über die Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle konnten gemeinsam mit der Thüringer Stiftung Hand in Hand finanzielle Hilfen vermittelt werden. So wurde unter anderem die Anschaffung einer dringend benötigten Brille ermöglicht – eine wichtige Voraussetzung, um dem Unterricht gut folgen und erfolgreich lernen zu können.

Nach dem bestandenen Hauptschulabschluss kehrte die frischgebackene Absolventin noch einmal an den Ort zurück, der sie über viele Jahre begleitet hat. Mit ihrem Besuch wollte sie sich bei den Mitarbeiterinnen bedanken, die sie auf ihrem Weg unterstützt, ermutigt und bestärkt haben. „Ihr habt mir so gut geholfen. Ohne euch hätte ich das bestimmt nicht geschafft“, sagt Franziska Eyring.

Auch die Fachkräfte freuen sich über den Erfolg ihrer langjährigen Besucherin. „Der Weg von Franziska Eyring zeigt eindrucksvoll, welche Chancen entstehen, wenn Beratung, Bildung und praktische Unterstützung Hand in Hand arbeiten. Unter einem Dach können wir unsere unterschiedlichen Angebote eng miteinander vernetzen und Menschen bedarfsgerecht begleiten – oft über mehrere Jahre hinweg und mit kurzen Wegen. Dass sich unsere Fachbereiche so gut ergänzen und zusammenwirken, kommt vor allem den Menschen zugute, die sich an uns wenden“, sagt Katharina Helmich, Leiterin des Begegnungs- und Beratungszentrums „Haus Sarterstift“.

Der Erfolg von Franziska Eyring zeigt, wie wertvoll verlässliche Begleitung und gut vernetzte Unterstützungsangebote sein können. Während die Volkshochschule Meiningen die Grundlage für den erfolgreichen Schulabschluss legte, ergänzte das Begegnungs- und Beratungszentrum „Haus Sarterstift“ diesen Weg mit passgenauen Hilfen – von den Frühen Hilfen über die Erziehungsberatung und die Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung bis hin zum Lese-Schreib-Rechen-Treff. So entstand ein Netzwerk, das ihr über Jahre hinweg den Rücken stärkte und sie dabei unterstützte, ihr Ziel konsequent zu verfolgen.

Franziska Eyring richtet ihren Dank aber nicht nur an die Mitarbeiterinnen des „Haus Sarterstift“, sondern auch an ihr kleines familiäres Netzwerk. „Ohne diese Unterstützung hätte ich nicht alles unter einen Hut bekommen. Jetzt freut sich meine Kleine aber auch darauf, dass Mama wieder etwas mehr Zeit hat“, sagt sie lächelnd.

Heute hält Franziska Eyring ihren Hauptschulabschluss in den Händen. Für sie ist das Zeugnis nicht das Ende eines Weges, sondern der Beginn eines neuen Kapitels. Es eröffnet ihr neue berufliche Perspektiven und die Chance, ihre Zukunft und die ihrer Tochter aktiv zu gestalten. Ihre Geschichte macht Mut und zeigt, dass Ausdauer, Eigeninitiative und die Bereitschaft, Unterstützung anzunehmen, neue Wege eröffnen können. Eines steht für Franziska Eyring bereits fest: Auch künftig wird das Begegnungs- und Beratungszentrum „Haus Sarterstift“ für sie eine wichtige Anlaufstelle bleiben, wenn sie Rat oder Unterstützung benötigt.